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  • Interview CARDILLAC COMPLEX

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    1.) Wie lange macht ihr schon Musik und war die Idee der Band schnell geboren oder dauerte dies seine Zeit?

    Ole: Angefangen hat alles im zarten Alter von 5 Jahren in der musikalischen Früherziehung, mit Klanghölzern und Blockflöte... aber ich denke, Du meinst „gemeinsam Musik machen“, oder? Uns gibt es seit ca. drei Jahren. Entstanden ist Cardillac Complex aus den letzten Mitgliedern der Vorgänger-Band (sprich: Alex, Matthias und mir). Wir hatten zwar zunächst weder Gitarristen noch einen Schlagzeuger, wollten aber schon als Band weitermachen, insofern bestand darüber auch nie ein Zweifel.

    2.) Wie entstand euer Name?

    Ole: Ich bin ein großer Fan der deutschen Romantik, vor allem E.T.A Hoffmann. Im „Fräulein von Scuderi“ (einer Art „Miss Marple“-Story im Frankreich des ausgehenden 17. Jahrhunderts) gibt es einen Goldschmied namens René Cardillac (gesprochen: kardiak). Der bringt seine Kunden um, weil er sich nicht von seinen Kunstwerken trennen kann.
    Es geht also um den Zwiespalt von Kunst und Kommerz: Schließlich steckt in jedem Kunstwerk idealerweise ein Stück Seele des Künstlers. Und so verkauft der Künstler, um überhaupt leben zu können, mit jedem Werk auch ein kleines bisschen von sich selbst.
    Gerade in Zeiten von kostenlosen Downloads und dem Niedergang der „alten“ Plattenindustrie müssen sich auch Musiker mit solchen Fragen beschäftigen. Als Newcomer alles selbst machen zu können (Aufnahmen, Booking, Vertrieb, Netzwerken etc.), macht zwar prinzipiell unabhängig (also „independent“ im ursprünglichen Sinne), ist aber auch mit mehr Aufwand verbunden als vor vielleicht dreißig Jahren, als „Demo-Tapes“ (auf MC!) noch das technische Non-Plus-Ultra für den Nachwuchs waren.
    An der „Forgotten Reasons“-EP haben wir neben Job und Studium ein Jahr lang gearbeitet. Wir haben jeden Song selbst geschrieben, geprobt, aufgenommen, verworfen, verändert und so weiter. Was wir bis dato nicht konnten, haben zwangsläufig gelernt. Wir haben Herausforderungen bewältigt, von denen wir vorher nicht mal gewusst haben, dass es sie gibt! Es steckt also jede Menge Herzblut drin.
    Die EP jetzt für lau auf den Markt zu schmeißen bringt uns sicherlich eine große Hörerschaft ein. Aber grundsätzlich nachvollziehen können wir das Dilemma des Goldschmieds schon. Ok, wir werden deswegen zwar nicht zu Mördern, aber sich jetzt „einfach so“ anzubieten, als wäre all die Arbeit nichts wert, tut der Künstlerseele schon ein bisschen weh.
    Dieses Phänomen wird in der Psychologie auch „Cardillac Syndrom“ genannt. Und dass wir Cardillac Complex und nicht Syndrom heißen, ist der Tatsache geschuldet, dass ich die Alliteration CC schöner fand.

    3.) War es sehr schwer für euch eine eigene Fanbase zu erspielen?

    Ole: Als Musiker ist man ja immer ein bisschen narzistisch veranlagt. Dementsprechend ist es auch nicht wirklich „schwer“, für Gigs und CD die Werbetrommel zu rühren. Wer uns einmal gehört oder live erlebt hat, kapiert ziemlich schnell, dass das, was wir da tun, Herz, Hirn und Eier hat. Zwar sind wir von Fan-Camps vor unserem Proberaum noch weit entfernt, aber ich würde sagen, wir sind auf einem ganz guten Weg.
    Christoph: Es war und ist aber sicherlich in der Hinsicht schwer, dass in dem Spielen von Gigs einfach jede Menge Zeit und Arbeit steckt. Als kleine Band, wie wir es sind, muss man sich logischerweise um alles selbst kümmern. Das bedeutet einen Bulli mieten, Backline, Ton und Licht einladen, alles selber aufbauen etc. In der Regel mischen wir uns bei unseren Auftritten auch selbst. Nach dem Konzert muss dann natürlich auch alles wieder abgebaut und zurück in den Proberaum gefahren werden. Da kann ein einziger Auftritt schon mal ein ganzes Wochenende beanspruchen. Du siehst also, das "Erspielen einer Fanbase" kann auch schwer im Sinne von körperlich schwerer Arbeit sein.

    4.) Heutzutage als junger Musiker hat man es nicht so einfach, wie seht ihr das?

    Ole: Herrjeh, was heißt „heutzutage“, „jung“ und „einfach“?! Wenn du auf solche Dinge wie „Popularität“ und „Karriere“ anspielst, hast du wahrscheinlich Recht. Schließlich kann jeder seine kreativen Ergüsse auf YouTube, Facebook etc. veröffentlichen und hoffen, dass er zum Klick-Millionär wird. Doch, wo es immer häufiger an Autoritäten wie Labels und Print-Magazinen fehlt, die vorab festlegen, was „gut“ oder „weniger gut“ ist, ist das potenzielle Publikum tendenziell überfordert. Wirklich von ihrer Kunst leben können da nur die, die es vorher auch schon konnten. Und, wer für die Stadiontour von Depeche Mode schon 100 Euro ausgegeben hat, der hat für das Kneipen-Konzert für eine Band von nebenan häufig keine 5 Euro mehr übrig. Das macht „es“ sicherlich „heutzutage“ „nicht so einfach“.
    Aber: Wenn wir uns den ganzen Tag nur darum Gedanken machen würden, dass alles ach-so-schwierig ist, dann könnten wir's auch gleich sein lassen. Ganz ehrlich: Wir sind alle keine 20 mehr (Alex seit 6, ich seit 21 Jahren), und obwohl das gemeinsame Musikmachen für uns sicherlich zu größten Dingen des Universums gehört, machen wir uns keine Illusionen über ein Leben in der Glamour-Popstar-Welt. Von möglichst vielen Leuten toll gefunden zu werden, ist zwar als Band höchst erstrebenswert, aber wir wollen nicht die nächsten Justin Biebers werden. Insofern machen wir unsere Musik aus Leidenschaft, haben den größtmöglichen Spaß damit und schauen einfach mal, wohin uns das bringt.

    Christoph: Ich denke Ole hat es auf den Punkt gebracht. Wer eine Band gründet um reich zu werden, macht nicht nur aus den falschen Gründen Musik, sondern muss auch unweigerlich enttäuscht werden. Wenn man z. B. einen Gig in einer Kneipe vor zehn Leuten spielt, von denen dann auch noch fünf gehen weil sie bei dem "Krach" nicht in Ruhe ihre Pizza essen und sich unterhalten konnten, kann man schon den Mut verlieren, wenn die einzige Intention, die man zum Musik machen hat, ist, reich und berühmt zu werden. Wenn man aber mit Leidenschaft dabei ist und einfach Freude an Musik hat, ist alles andere nebensächlich.

    5.) Gibt es Bands, die euch inspirieren?

    Ole: Mit Sicherheit gibt es die. Und auch, wenn es Bands gibt, auf die wir uns alle einigen können (z.B. Porcupine Tree oder Anathema), sind die wirklichen „Inspirationen“ sehr unterschiedlich gelagert: Christoph mag Iced Earth und End Of Green, Matthias steht auf Red Hot Chili Peppers, Rammstein, Irish Folk und J-Pop, bei Alex' Spiel hört man zeitweise Katatonia oder The Man-Eating Tree heraus, Tobias ist ein Fan von System Of A Down, ich bin eher der „Quotengruftie“ in der Band, verehre aber nach wie vor die Beatles... Das macht es zwar manchmal schwierig, musikalisch einen Konsens zu finden, auf der anderen Seite macht vielleicht gerade diese Spannung auch das Besondere an Cardillac Complex aus.

    6.)Viele Musiker verwenden ihre Musik und Texte um persönliche Erlebnisse oder Gefühle damit zu verarbeiten, wie ist das bei euch?

    Ole: Bisher stammen alle Songs von Alex und mir. Ich weiß natürlich nicht, an was Alex denkt, wenn er an seinen Instrumental-Arrangements bastelt, aber ganz bestimmt spielen bei mir persönliche Erfahrungen eine Rolle. Auch, wenn „verarbeiten“ vielleicht ein bisschen therapeutisch klingt, so erfüllen meine Texte meistens (aber auch nicht immer) die Funktion einer „Innenschau“. Also, was macht eine bestimmte (soziale) Situation mit mir? Wenn ich im Geschichten erfinden besser wäre, würde ich vielleicht genau das tun, aber so greif ich lieber auf das zurück, was ich selbst erlebt hab.

    Alex: Wenn ich Musik schreibe, dann aus einer bestimmten Befindlichkeit heraus. Klar, die Gefühlslage wird beeinflusst durch aktuelle Erlebnisse. Somit spielen Ereignisse, die mich in diesem Moment beschäftigen, natürlich eine gewisse Rolle – in erster Linie aber weil sie zur aktuellen Stimmung beitragen. Eine Verarbeitung von konkreten Erlebnissen ist da wohl eher Textern vorbehalten.

    7.)Lieblingssong am neuen Album – und warum?

    Ole: Stimmungsabhängig. Wenn mir nach Rocken zumute ist, „Forgotten Reasons“. Wenn ich in melancholischer Stimmung schwelgen möchte, „Belief II“. Gerade in den letzteren sind während der Aufnahmen viele neue Ideen geflossen. Aus einer einfachen Akustik-Gitarren-Nummer wurde schlussendlich dieses symphonisch anmutende 7-Minuten-Monster, mit 5-stimmigem Chor, Streichquartett, Gitarren-Bläser-Duett und dem ganzen Zirkus. Darauf darf man schon ein bisschen stolz sein.

    Christoph: Das ist ja als würdest du einen Vater fragen welches seiner Kinder er am liebsten hat! Aber Spaß beiseite, mein Favorit ist "Control". Ich liebe einfach die Mischung, die in diesem Song steckt. Von melancholisch, sphärisch, schwebend bis Metal ist alles dabei!
    MMM: Meine Lieblingssongs sind „Shadowplay“ und „Der Weg“, weil ich dort am meisten zum Background-Gesang beitragen kann; vor allem Live macht das, neben meinem einfach göttlichen Bass-Spiel, eine Menge Spaß. (Irgendwie riecht es hier grad komisch.)

    Alex: Ja nach Stimmung sind „Control“ und „Belief II“ meine Favoriten. Es ist kaum zu glauben, wie beide Songs während der Produktion gewachsen sind.
    Tobias: Es sind so unterschiedliche Songs, die man eigentlich nur schwer miteinander vergleichen kann. Live macht mir „Shadowplay“ am meisten Spaß, während ich mir „Belief II“ gerne zuhause anhöre, um die Details zu genießen.

    8.)Kann man sich denn auf eine Show in Österreich freuen? Oder steht da noch nichts in Planung?

    Ole: Nein, leider noch nichts in Aussicht. Aber, wenn du uns einen schicken Club (oder zwei oder drei) nennen kannst, wo man dunkel schillernde Rockmusik zu schätzen weiß, dann kümmern wir uns gern darum. Und, wer weiß, vielleicht sehen wir uns schon bald in Eurer Nähe. Dass Ihr darüber berichtet, setze ich mal voraus?!

    9.)Eine lustige Story aus dem Studio oder von einem der Konzerte?

    Ole: Wer uns kennt, wird bestätigen, dass wir zwar ernsthafte Musiker sind, aber uns selbst nicht ganz so ernst nehmen. Spaß war bei uns immer ein ganz entscheidender Faktor - egal, ob auf der Bühne oder im Studio. Daher fällt es natürlich schwierig, eine bestimmte Situation herauszupicken. Vor allem, weil vieles, was dabei passiert, unter die Kategorie „Situationskomik“ fällt. Im Nachhinein oder sogar von außen betrachtet, ist das oftmals gar nicht mehr so wahnsinnig lustig. Da gibt es nur eine Empfehlung: Erlebt uns live!

    10.)Letzte Worte an eure Fans?

    Christoph: Danke!
    MMM: Ihr seid die besten und ohne euch macht’s nur halb so viel Spaß!

  • Festivalbericht: Ragnarök 2013 - Das Jubiläum

    Ragnarök Festival 2013
    Eluveitie, Helrunar, Dornenreich, Riger, Nocte Obducta, Carpathian Forest, Obscurity, Menhir, Vreid, Secrets of the moon u. v. m.
    Ort: Lichtenfels (D)
    Datum: 5. – 6.4.2013

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    Besuch aus dem sonnigen Süden: Northland (c) Folkmetal.at

    Einmal im Jahr treffen sich Heiden und Freunde des Schwarzmetalls zum fröhlichen Gelage bei guter Musik. Solche Traditionen müssen gepflegt werden und jähren sich darum erfreulicherweise heuer bereits zum zehnten Mal.

    => Lies mehr!

  • AMORPHIS - "Shades Of Grey" Video veröffentlicht!

    AMOPRHIS haben ihre zweite Single des neuen Albums "Circle" veröffentlicht!

    Einfach auf den Link klicken und schon kommt ihr zum Video von "Shades Of Grey"
    http://www.youtube.com/watch?v=Zt9_xAiYQJ8&feature=youtu.be

    Zudem wurden einige Tour-Daten bekannt gegeben:

    AMORPHIS
„CIRCLE World Tour“:
    05.11. D Cologne – Essigfabrik
    06.11. D Bochum – Zeche
    07.11. D Ludwigsburg – Rockfabrik
    08.11. D Munich – Backstage
    09.11. D Frankfurt – Batschkapp
    10.11. CH Geneve – L’Usine
    12.11. E Barcelona – Apolo
    13.11. E Valencia – Rock City
    14.11. E Sevilla – Sala Custom
    15.11. PT Lisbon – Paradise Garage
    16.11. E Madrid – But
    17.11. E Bilbao – Kafé Antzokia
    19.11. F Toulouse – Connexion
    20.11. F Paris – Divan Du Monde
    21.11. D Saarbrücken – Garage
    22.11. D Dresden – Tante Ju
    24.11. A Vienna – Szene
    26.11. I Milan – Alcatraz
    27.11. CH Pratteln – Z7
    28.11. D Osnabrück – Hyde Park
    30.11. B Vosselaar – Biebob
    01.12. UK London – O2 Academy Islington
    04.12. D Hamburg – Markthalle
    05.12. DK Odense – Posten
    06.12. S Gothenburg – Brewhouse
    07.12. N Oslo – John Dee
    08.12. S Stockholm – Klubben

    www.venia-mag.net

  • IMAGINAERUM by Nightwish - Deutsche Version erscheint am 31.Mai 2013!

    Wer den Film der finnischen Band Nightwish im Kino leider verpasst hat, muss sich zum Glück nicht mehr lange gedulden:

    Die deutsche Fassung des Films kommt am 31.Mai 2013 in die Läden.

    Wer es allerdings nicht mehr abwarten kann, hat die Möglichkeit sich die DVD oder BluRay im offiziellen Nightwish-Shop vorzubestellen. (Achtung: hierbei handelt es sich nur um die englische Fassung!)

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    © www.nightwish.com

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